Die beste Adresse für einen neuen Hund

Hallo Ilse,
es ist so weit, wir wollen uns einen Hund anschaffen. Lange wünschen wir uns den Familiennachwuchs, haben aber Angst davor etwas falsch zu machen. Wo holen wir uns am besten einen Hund und welche Rasse ist am pflegeleichtesten?
Viele Grüße

Hallo Angelina,

erst mal herzlichen Glückwunsch. Ein Hund ist etwas Wunderbares und nicht zuletzt seit langem als bester Freund des Menschen bekannt.

Allerdings muss ich dir ganz ehrlich sagen, dass ich bei deiner Frage nach dem Pflegeleichtesten unter ihnen doch schlucken musste. Denn kein Hund ist pflegeleicht in diesem Sinne. Jeder Hund, egal welcher Rasse, braucht Aufmerksamkeit, Liebe und auch Pflege. Du schaffst dir ein lebendes Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen an.

Unabhängig von der Rasse ist jeder Hund anders

Jeder Hund ist anders. Nicht nur die unterschiedlichen Rassen haben unterschiedliche Bedürfnisse, sondern jeder einzelne Hund hat auch seinen ganz individuellen Charakter. Im Allgemeinen ist z. B. bekannt, das Labradore Wasserratten sind und sich gerne im Wasser tummeln, das muss aber nicht unbedingt auf jeden Labrador passen. Mit Sicherheit können im Groben bestimmte Charaktereigenschaften bestimmten Hunderassen zugeordnet werden, doch letztendlich kommt es immer auf den individuellen Hund an.

Du musst prüfen, welcher Hund für dich persönlich geeignet ist. D. h. vielmehr musst du prüfen, was du einem Hund zu bieten hast! Wenn du nicht viel Zeit für lange Spaziergänge hast ist ein kleiner Hund, der nicht viel Auslauf benötigt, mit Sicherheit eine gute Wahl. Wenn du ein sehr reinlicher Mensch bist ist ein Hund mit langen nicht für dich geeignet. Seine Haare würden überall rumfliegen und er würde auch mal Dreck mit reinbringen. Hast du einen Garten oder lebst du in einer Wohnung in der Stadt?

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Die erste Frage ist immer die, wo man sich den Hund besorgen soll. Es gibt viele Adressen, an die man sich wenden kann. Doch nicht alle sind auch gleichzeitig die Besten!

Ein Hundezüchter muss seriös sein

Gute Adressen lassen sich im Internet recherchieren. Suche danach, sobald du festgestellt hast, welche Hunderasse zu dir passt. Achte dabei darauf, das kein seriöser Züchter gerade „Lagerware“ zur Verfügung hat. Er kann nur dann mit einem Welpen dienen, wenn gerade welche geboren wurden. Wenn das nicht der Fall ist musst du entweder weitersuchen oder warten.

Ein seriöser Züchter hat selten mehrere Hunderassen zur Auswahl. Wenn das der Fall ist solltest du den Züchter mit noch kritischeren Augen betrachten.

Besuch der Hundeeltern

Ein seriöser Züchter wird dir auch nie den Besuch der Welpeneltern verweigern. Falls doch suchst du dir besser einen anderen! Die Welpeneltern sollten einen gepflegten Eindruck hinterlassen, die Welpen selbst nicht aggressiv oder ängstlich reagieren.

Der Gesundheitscheck

Auch sollten die Tiere einen gesunden Eindruck machen. Jeder Züchter hat einen Tierarzt, damit die Hunde gesundheitlich versorgt sind. Frag nach dessen Namen und stelle dem Züchter Fragen hierzu. Wenn er bei seinen Antworten ins Stammeln gerät ist das kein gutes Zeichen.

Die Welpen sollten innerhalb der ersten 8 Lebenswochen abgegeben werden. Die Welpen sollten vorher geimpft und entwurmt geworden sein. Lass dir den Impfpass des Tieres zeigen, dort müssen die entsprechenden Eintragungen vorgenommen worden sein.

Die Herkunftsbescheinigung

Beim Kauf eines Welpen verlangst du eine Rechnung des Züchters (in Einzelfällen ist die Rechnung von der Einkommenssteuer absetzbar) und eine Herkunftsbescheinigung. Seröse Züchter können eine Ahnentafel des Tieres vorzeigen.

Züchter aus Osteuropa

Die Hundezucht hat vornehmlich in osteuropäischen Ländern eine lange Tradition. Und eine Vielzahl der dortigen Züchter machen sich eine Eigenschaft zukünftiger Hundebesitzer zum Vorteil: Mitleid!

Unter teilweise grausamen Bedingungen züchten sie die Tiere wie Spielzeug heran. Die Hunde vegetieren regelrecht vor sich hin und werden sogar gequält. Kommt ein Interessent angereist um sich einen Hund auszusuchen wird eines schnell klar: ich muss den so schnell es geht hier weg holen. Und am besten nehme ich alle mit! Und auf diesen Gedanken spekulieren die Züchter. Bring dich erst gar nicht in diese Situation! Die schlechte Situation und die Tierquälerei wird erst dann ein Ende nehmen, wenn die Züchter ihre „Ware“ nicht mehr los werden.

Tiere aus dem Tierheim danken mit bedingungsloser Liebe

Wenn du dich gegen eine Züchter entscheidest und für dich auch mehrere Rassen in Fragen kommen würden oder du auch nicht unbedingt einen Welpen haben willst gehe ins Tierheim. Hunde aus dem Tierheim warten sehnsüchtig auf ein neues Zuhause und danken es dir oftmals mit bedingungsloser Liebe.

Wenn du dich für den Gang ins Tierheim entscheidest hast du einen besonderen Vorteil. Jedes gute Tierheim bietet an, sich mit dem Hund deiner Wahl vertraut zu machen. Es gibt auch viele Tierliebhaber, die sich selbst keinen Hund halten können und dann gerne mal mit einem Hund aus dem Tierheim Gassi gehen. Das solltest auch du nutzen, lerne den Hund kennen!

Lass dich im Tierheim nicht davon abschrecken, wenn viele der Hunde bellen oder an den Gittern hochspringen. Viele Tiere sind wie ausgewechselt, wenn du sie mitnimmst.

Ein Probelauf kostet nichts

Natürlich sind die Tierheime froh, wenn ihre Schützlinge ein neues Zuhause finden, sie werden dir einen Hund aber nicht aufzwängen. Im Gegenteil, Tierheime haben mit zukünftigen Haltern oft schlechte Erfahrungen gemacht und werden die daher auch prüfen. Viele bringen die Tiere wieder zurück, weil es nicht funktioniert hat. Meist hatten sie sich im Vorfeld nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, was auf sie zukommen wird. Frage nach der Vorgeschichte des Hundes. In welchem Umfeld hat der Hund vorher gelebt? Welche besonderen Eigenschaften hat der Hund? Wie verhält er sich gegenüber Menschen und besonders gegenüber Kindern? Jagd er gerne und wie verhält er sich gegenüber anderen Hunden und Tieren?

Ältere Hunde haben auch ihre Vorzüge

Ein junger Hund oder Welpe braucht Erziehung, die viel Zeit und Nerven kosten kann. Auch ist der regelmäßige Besuch in einer Hundeschule vorteilhaft. Das kostet aber Zeit und auch Geld. Für viele kommt daher auch ein älterer Hund in Frage. In der Regel haben ältere Hunde ein gefestigtes und ruhiges Wesen, da ihre Welpen- und Junghundphase vorüber ist.

Ältere Hunde sind in der Regel bereits stubenrein und sehen das Alleinesein nicht mehr problematisch. Außerdem eignen sie sich gut für Menschen, die noch keine oder kaum Hundeerfahrung haben, denn sie machen es ihnen einfacher. Der Mensch muss schließlich auch den richtigen Umgang mit dem Hund lernen. Oftmals haben die Tiere bereits eine Erziehung genossen und der Gehorsam fällt ihnen leichter oder ist bereits vorhanden – ein Welpe muss immer erst noch seinen Platz im Rudel finden.

Sie beweisen oft Souveränität in Alltagssituationen weil sie ihre Umwelt (Bus, Büro, etc.) bereits kennengelernt haben und mit verschiedenen Situationen bereits umzugehen wissen.

Liebe Angelina, ich hoffe ich konnte dir helfen. Melde dich doch nochmal, wenn deine Entscheidung gefallen ist, ich kann dir dann gerne Tipps zur Hundeerziehung geben. Alles Gute!

Du weißt es besser oder hast weitere Tipps zu diesem Thema? Dann schick mir gerne deine Anmerkung hier!

Diesen Artikel teilen: