Ayurveda Ernährung unterscheiden zwischen Geschmacksrichtungen. Süßes wirkt z. B. stabilisierend.

Ayurveda Ernährung gegen Stress

Hallo Ilse,
ich will eine Ayurvedakur in Indien machen. Ich habe gehört, dass man dazu eine strenge Diät machen muss. Sollte mich das abschrecken?
Viele Grüße

Hallo Sigrid,
das klingt wundervoll. Meine Freundin Gisi hat das auch mal gemacht und war hellauf begeistert. Sie war dazu vor ein paar Jahren im Urlaub in Sri Lanka und hat sich ganze 4 Wochen am Stück eine Auszeit gegönnt. Danach hat sie bei unserem Kaffeeklatsch ausführlich über ihre Erfahrungen berichtet und hat auch eine Ernährungsanleitung mitgebracht.

Ayurveda heißt eine besondere Ernährung

Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst, die seit Jahrtausenden in Indien, Nepal und Sri Lanka angewendet wird. Sie gilt als Mittel gegen Stressabbau und zur Herstellung des inneren Gleichgewichts. Und dabei befasst sich diese Lebensweisheit auch intensiv mit dem Thema Ernährung.

Ausgewogenheit

Wir im Westen kennen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung und unterscheiden unsere Nahrungsmittel anhand ihrer Nährstoffe Proteine, Fette und Kohlenhydrate. Dazu gibt es eine Nahrungsmittelpyramide die bestimmt, welche Mengen und in welchen Verhältnissen wir die unterschiedlichen Nahrungsmittel zu uns nehmen sollen. Ayurveda unterteilt ihre Nahrungsmittel auch, allerdings beschränkt sie sich dabei auf Qualität und unterschiedliche Geschmacksrichtungen.

Qualität bestimmt das Gesundheitsbild

In der indischen Heilkunst gibt es sogenannte „Ultrareinen“. Das sind Nahrungsmittel wie Früchte, Gemüse und Müsli, die den Gesundheitszustand verbessern und eine erholende und aufbauende Wirkung haben.

Neben den „Ultrareinen“ gibt es die „Muntermacher“, die eine aktivierende und kräftigende Wirkung haben. Zu diesen Nahrungsmitteln gehören Fleisch, Fisch und Milchprodukte wie Käse.

An letzter Stufe stehen die „Ignoranten“. Das sind ungesunde und fetthaltige Lebensmittel, die wir aus der Fast Food-Küche kennen. Sie gefährden die Gesundheit und beschleunigen den Alterungsprozess.

Unterteilung in Geschmacksrichtungen

Neben der Qualität der Nahrungsmittel unterscheidet Ayurveda auch in Punkto Geschmack.

Süßes wirkt zum Beispiel stabilisierend. Es stärkt und beruhigt den Körper von innen nach außen. Süße Nahrungsmittel haben einfachen Zucker, der in Honig und Früchten enthalten ist.

Saures wirkt stimulierend, stillt den Durst und kurbelt den Kreislauf an. In diese Kategorie fallen säurehaltige Lebensmittel wie Beere, Pflaumen und Spinat. Ebenfalls gehören Gegehrtes wie Joghurt zu den sauren Lebensmitteln.

Speisesalz und Meeressalz sind in der Rubrik Salziges zu finden. Salzige Produkte wirkend abführend und reizlindernd.

Scharfe Nahrungsmittel sind schweißtreibend, schmerzstillend und regen die Verdauung an. Scharfes findet sich in Kräutern aber auch in Kaffee und Tee.

Bitteres aus dunkelgrünem Blattgemüse reinigt und entgiftet den Körper.

Und als Letztes gibt es noch Herbes aus Kohl, Spargel und Kartoffeln. Es wirkt harntreibend und unterstützt die Heilung der Haut.

Es gibt drei Dosha-Typen

Ganz individuell auf die drei Dosha-Typen Kapha, Pitta und Vata gibt die Lehre der Ayurveda vor, in welchen Verhältnissen man sich ernähren muss. Dafür musst du nur feststellen, zu welchem Typ du gehörst.

Ruhig und entspannt Essen

Neben den Nahrungsmitteln gibt die Ayurveda Ernährung auch vor, wie man essen muss. Und das sollte immer in ruhiger und entspannter Atmosphäre stattfinden. Du darfst dein Essen nicht herunterschlingen, sondern sollst dir für jeden Bissen Zeit nehmen. Ebenfalls solltest du hauptsächlich mittags essen und das Abendessen leicht und bekömmlich ausfallen lassen.

Oberste Devise sind frische Produkte

Ayurveda Ernährung sieht nur frische Produkte vor. Tiefkühlkost und Essen aus der Dose sieht die Lehre nicht vor. Ebenfalls sollten nur natürliche Lebensmittel ohne Farb- und Konservierungsstoffe verwendet werden.

Trennkost genießen

Die indische Heillehre gibt vor, dass Süßes und Salziges nicht zusammen gegessen werden darf. Ebenfalls sollten Früchte einzeln und zwischen den regulären Mahlzeiten gegessen werden.

Du siehst, dass du dich vielleicht nur an eine neue Form der Ernährung gewöhnen musst. Wirklich strenge Diäten gibt es nicht und du wirst bei deiner Kur genug Auswahlmöglichkeiten haben. Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit in Indien!

Du weißt es besser oder hast weitere Tipps zu m Thema Ayurveda Ernährung? Dann schick mir gerne deine Anmerkung hier!

Ayurvedische Anwendungen

Neben dem Ernährungsgedanken umfasst Ayurveda auch therapeutische Anwendungen, die den individuellen Gesundheitszustand verbessern sollen. Hierzu zählen unter anderem Massagen, Güsse, Einläufe oder Packungen. Die bekannteste ayurvedische Massage ist wohl die Abhyanga. Sie wird zumeist mit reichlich Öl durchgeführt, dem manchmal auch Kräuteressenzen beigemischt werden. Die Abhyanga lässt sich in weitere spezielle Massagen unterteilen, die sich bestimmten Körperteilen bzw. Körperregionen widmen. So gibt es beispielsweise die Gesichtsmassage, die Fußmassage oder die Bauchmassage.
Eine weitere, auch in Europa verbreitete Anwendung ist der Stirnölguss - Shirodhara. Dieser dient in erster Linie der Entspannung und wird hierzulande in zahlreichen Wellnesshotels und Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. Da die Lehren des Ayurveda eine immer größere Akzeptanz erfahren, kann man inzwischen sogar in Deutschland eine Ayurvedaurlaub verbringen. Zahlreiche Hotels und insbesondere Kurhotels haben sich auf dieses Gebiet spezialisiert und bieten teilweise mit original indischem Personal entsprechende Kuren an. Eine kleine Übersicht über Angebote für eine Ayurveda-Kur findet sich unter www.kur-und-gesundheitsurlaub.de/ayurveda/.

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