Rosen im Garten

Hallo Ilse,
ich habe Rosen im Garten gepflanzt. Ich würde mich auch sehr darüber freuen, jedoch werden sie von Ungeziefer befallen und sie blühen einfach nicht. Kannst du mir helfen? Und wann muss ich die Rosen schneiden?
Viele Grüße

Hallo Anna,
Rosen sind eine der beliebtesten Blumenarten im Garten und gelten weltweit als die edelsten Pflanzen. Das wusste schon Richard Strauss, als er die Musik für den Rosenkavalier geschrieben hat. (… Meine Freundin Gerti hat da auch so ihre Erfahrungen gemacht. Doch diese Geschichte erspare ich dir … ich sage nur: meine Herren!)

Mindestens genauso hoch wie ihr Beliebtheitsgrad ist auch der Anspruch der Rosen. Pilzerkrankungen, Mehltau, Rosenrost, Sternrußtau und Blattläuse machen oft der Königin der Blumen das Leben im Garten schwer. Und dir, wenn du dir Rosen pflanzen möchtest. Als Königin der Blumen ist die Rose auch eine Diva im Garten und fordert eine fachgerechte Pflege. Bekommen Rosen im Garten nicht was sie wollen trotzen sie mit welken Blättern oder öffnen, wie leider in deinem Fall, ihre wunderschönen Blüten nicht.

Doch die Pflege von Rosen im Garten kann sehr einfach sein und man kann getrost auf umweltbelastende und chemische Mittel verzichten, man muss nur wissen wie.

Der richtige Standort im Garten für Rosen

Zunächst musst du prüfen, ob du deinen Rosen den richtigen Standort im Garten bieten kannst. Rosen bevorzugen viel Licht und Sonne. Schattige Plätze im Garten sind demnach vollkommen ungeeignet für Rosen. Ebenso wie viel Sonne mögen Rosen auch Wind. Wind hat den Vorteil, dass die Blätter der Rosen nach dem Morgentau und nach Regen schneller abtrocknen. Wenn die Blätter der Rosen längere Zeit feucht bleiben droht die Gefahr einer Pilzinfektion.

Genauso wichtig wie Sonne und Wind ist auch der richtige Boden im Garten. Idealerweise sollte er lehm- und humusreich sein. Wenn du einen groben Boden im Garten hast kannst du ihn mit der Zugabe von grobem Sand verbessern. Ist dein Boden zu leicht mischt du Kompost und abgelagerten Mist darunter. So sorgst du für optimale Bedingungen für deine Rosen im Garten.

Rosen brauchen Freiraum im Garten

Pflanze deine Rosen im Garten nie zu eng aufeinander. Wenn eine der Rosen mit einem Pilz oder Ungeziefer befallen ist überträgt sich das schnell auf die anderen Pflanzen.

Als Königinnen im Garten dulden Rosen kein Unkraut

Unkraut kann dem Wachstum von Rosen Schlechtes tun. Jäte daher regelmäßig das ungewünschte Unkraut aus deinem Garten und gib deinen Rosen Luft.

Rosen wollen (richtig!) gegossen werden

Rosen brauchen wie jede andere Pflanze im Garten genug Wasser, um leben und gedeihen zu können. Doch ihr Wasserbedarf wird oft überschätzt, denn selbst bei Trockenheit benötigen Rosen lediglich eine ordentliche Bewässerung von 1 bis 2x pro Woche. Achte beim Gießen darauf, dass die Blätter der Rosen nicht nass werden. Denn nasse Blätter sind wie oben beschrieben eine Einladung für eine Pilzinfektion. Verwende also am besten eine Gießkanne und gehe mit ihr nah an den Boden unter den Rosen.

Rosen im Garten richtig düngen

Rosen im Garten benötigen sehr viele Nährstoffe. Also sollte man meinen, dass man Rosen sehr viel düngen muss. Doch das ist eine Falschannahme. Bei zu starker Düngung verholzen die Zweige der Rosen nicht richtig und dadurch können sie im Winter im Garten schnell erfrieren. Am besten ist eine erste Düngung im März mit etwas Kompost. Den verstreust du einfach auf deinem Blumenbeet. Ende Mai und Ende Juli folgt jeweils eine Düngung mit speziellem Rosendünger (im Fachhandel). Eine hervorragende Alternative zum Rosendünger sind Bananenschalen! In der Zeit danach solltest du von Dünger absehen. Genaues zum Düngen von Rosen im Garten und auch zu den Bananenschalen erkläre ich weiter unten.

Rosen schneiden

So wie wir uns regelmäßig die Haare schneiden lassen, muss man auch Rosen regelmäßig schneiden. Ein guter Schnitt verhindert nicht nur Erkrankungen, sondern fördert auch die Blüte der Rosen.

Die richtige Pflege von Rosen im Garten zur richtigen Jahreszeit

Du siehst, dass Rosen im Garten nicht sehr pflegeleicht sind. Und je nach Jahreszeit fallen die Schwerpunkte der Pflege anders aus. Wenn du das allerdings einmal gemacht hast wirst du beim zweiten Mal keine Probleme haben und alles im Garten geht ratzfatz aus dem FF.

Hurra, der Lenz ist im Garten - und mit ihm die erste Blüte der Rosen

Im Frühjahr sorgst du für die richtige Düngung deiner Rosen. Wie oben beschrieben machst du das im März durch Kompost im Garten und Ende Mai mit Rosendünger. Den Rosendünger arbeitest du leicht in den Boden ein und wässerst die Rosen danach ordentlich. Als Alternative zum Rosendünger funktioniert auch wunderbar eine klein geschnittene Banane. Dabei verwendest du eine Bananenschale für jeden Rosenstock.

Nach der Düngung musst du deine Rosen schneiden. Alle überflüssigen und toten Triebe kommen weg aus dem Garten. Und Wildtriebe, die direkt aus dem Boden wachsen, reißt du an der Basis heraus. Um Schädlings- und Krankheitsbefall im Garten vorzubeugen entfernst du das Schnittgut aus dem Beet. Packe das Schnittgut aber nicht auf den Komposthaufen sondern gebe es in den Müll, denn Sternrußtau kann sich auch auf dem Komposthaufen entwickeln und so nicht nur die Rosen, sondern den ganzen Garten befallen.

Die erste Blüte der Rosen im Garten ist im Sommer vorüber

Wenn der Sommer in den Garten eingekehrt ist kommt die Zeit für die nächste Düngung der Rosen. Das machst du Ende Juli. Auch hier verwendest du wieder speziellen Rosendünger oder eben wieder Bananenschalen. Wenn du zu spät düngst können die Triebe der Rosen nicht mehr rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit ausreifen!

Wenn deine Rosen im Garten auf ihren Blättern einen mehligen Belag haben oder braune oder gar schwarze Flecken aufweisen haben sie eine Infektion. Zupfe diese Blätter sofort ab und gebe sie in den Müll und entferne sie aus dem Garten. Damit verhinderst du ein Ausbreiten der Infektion im ganzen Garten.

Mehrfachblühende Rosen haben nun ihre erste Blüte hinter sich und es gilt, dass Verblühte abzuschneiden. Mit einer Rosenschere funktioniert das wunderbar. Setze die Schere dazu unterhalb des ersten fünffach gefiederten Blattes an und entferne das Verblühte mit einem sauberen Schnitt.

Wenn deine Rosen beschnitten sind folgt die Auflockerung des Bodens im Garten. Dadurch verhinderst du eine Verdichtung des Bodens. Außerdem kann das Wasser besser durch einen durchlüfteten Boden dringen und die Wurzeln der Rosen können es leichte raufnehmen.

Rosen im Herbst in den Garten pflanzen

In den Herbstmonaten ist die beste Zeit um Rosen anzupflanzen. Dazu solltest du zuerst den Boden im Garten lockern. Das machst du sehr tiefgründig, denn Wurzeln von Rosen wachsen sehr tief.

Egal ob du wurzelnackte oder im Container gelieferte Rosen pflanzt, achte auf genügend Abstand zwischen einzelnen Stöcken im Garten.

Wenn du Rosen gepflanzt hast häufst du die Rosenstöcke an und gießt sie kräftig. Auf Dünger verzichtest du im Herbst!

Alles was verblüht ist schneidest du ab und gibst es in den Müll. Entferne auch das Schnittgut komplett aus deinem Garten, denn auch im Herbst drohen Krankheitserreger.

Rosen brauchen Schutz im Winter

Bis Ende November häufelst du alle Rosen an. Dazu verwendest du am besten Gartenerde. Doch auch Kompost und Tannenreisig sind wunderbar dafür geeignet. Die Basis deckst du gut 20 cm ab, damit sollten die Rosen gut durch den Winter kommen.

Manche Rosenarten sind besonders pflegeleicht

Wenn du Rosen für deinen Garten kaufst kannst direkt auf ihre Auszeichnung mit ADR-Prädikat achten. Das ist eine Auszeichnung der „Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung“ (ADR). Bei seiner Prüfung testet der ADR neue Rosenarten auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger.

Liebe Anna, ich hoffe dir mit meiner kleinen Anleitung geholfen zu haben und denke, dass deine Rosen nun kräftig im Garten gedeihen und wunderschöne Blüten tragen. Alles Gute dir und deinen Rosen im Garten.

Du weißt es besser oder hast weitere Tipps zum Thema Rosen im Garten? Dann schick mir gerne deine Anmerkung hier!

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