Orchideen brauchen Ruhephasen

Hallo Ilse,
immer wieder erliege ich der Versuchung: ich liebe Orchideen. Allerdings überleben sie bei mir nicht. Ich bin am Verzweifeln. Es muss doch möglich sein, die Pflanzen halten zu können. Hast du Tipps zur Orchideen-Pflege?
Viele Grüße aus Darmstadt

Hallo Carola,
Orchideen sind tropische Exotik pur. Und während sie früher in Europa noch etwas ganz besonderes waren und ihre Aufzucht hier so gut wie unmöglich war hat sich das grundlegend geändert. Früher wurden Orchideen direkt im Regenwald ausgemacht und nach Europa verschifft. Durch moderne Zuchtverfahren können sie mittlerweile aber auch in Europa gezüchtet werden. Dadurch sind sie für jeden zugänglich und der Preis für die Pflanzen ist erheblich gesunken.

Orchideen brauchen eine besondere Pflege

Orchideen brauchen eine besondere Pflege, die allerdings nicht sonderlich aufwendig ist, auch wenn das so klingen mag. Man muss nur ein paar Grundregeln beachten und ratzfatz kann man sich an den wunderschönen Blüten einer Orchidee erfreuen.

Orchideen wachsen nicht in Blumenerde

Die meisten Orchideen wachsen in ihrer Heimat im Regenwald auf Bäumen. Sie nutzen die Äste der Bäume, um an das knappe Licht im dichtbewachsenen Regenwald zu gelangen. Diese Wachstumsform nennt man epiphytisch, das bedeutet, dass die Orchideen sich nicht von den Bäumen ernähren und somit keine Schmarotzer sind. Die Wurzeln der Orchidee nehmen sich die Nährstoffe und das Wasser zum Überleben aus der feuchten Luft.

Werden die Wurzeln von Orchideen mit Erde bedeckt verfaulen diese und die Pflanze geht ein. Das ist der häufigste und größte Fehler, der an Orchideen begangen wird.

Zur Aufzucht von Orchideen im Wohnzimmer oder auf der Fensterbank gibt es spezielles Orchideensubstrat, das du im Gartenmarkt erhältst. Wenn du eine Orchidee kaufst befindet sie sich in der Regel in einem solchen Substrat, das aus Rinde, Torf, Styropor und anderen Zusätzen besteht. Diese Zusätze können Wasser speichern und sind dennoch luftdurchlässig.

Beim Umtopfen, nach ca. 2 bis 3 Jahren sollte also niemals Blumenerde, sondern dieses Orchideensubstrat verwendet werden.

Richtiges Bewässern ist wichtig

Orchideen brauchen Wasser zum Überleben. Allerdings gilt es bei der Bewässerung Fäulnis zu verhindern. Denn die Fäulnis ist der Orchidee größter Feind. Hier geschieht oftmals der nächste große Fehler: die Orchidee wird totgegossen. Ist die Orchidee in einem großen Topf gepflanzt reicht es im Winter, die Pflanze 1x in der Woche zu gießen. Im Sommer darf es 2x pro Woche sein. Gießt du sie öfter werden ihre Wurzeln faulen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um festzustellen, ob eine Orchidee gegossen werden muss. Als erstes beobachtest du ihr Wachstum. Wenn die Pflanze wächst benötigt sie Wasser, wenn sie sich kaum rührt bewässerst du sie nicht.

Du kannst auch ihren Topf anheben und dessen Schwere feststellen. Erscheint er dir schwer, hat das Substrat noch genug Wasser gespeichert, um die Pflanze zu versorgen. Ist der Topf leicht, bewässerst du die Pflanze. Das Substrat darf zwischen den Wasserzufuhren gerne austrocknen.

Überschüssiges Wasser darf nicht im Topf verbleiben. Dadurch bildet sich eine Staunässe, die die Wurzelfäulnis zur Folge haben wird. Verwende also immer einen Topf mit Loch, durch das das Wasser in den Untertopf laufen kann.

Die richtige Düngung von Orchideen

Mit der Düngung solltest du dich noch mehr zurückhalten wie mit der Bewässerung. Die Wurzeln der Orchidee sind sehr salzempfindlich und werden schnell angegriffen. Merke dir als Faustregel: Wenn die Orchidee ein neues Blatt oder einen neuen Trieb entwickelt, darfst du gerne düngen. Wenn sich nichts an der Pflanze tut, lässt du den Dünger weg. Der beste Dünger ist Orchideendünger aus dem Gartenmarkt.

Die richtige Fensterbank

Am besten geeignet sind Fenster, die nach Westen oder Osten gerichtet sind. So bekommt die Pflanze zu jeder Tageszeit Sonnenlicht, ohne mittags direkt Sonnenlicht ausgesetzt zu sein.

Im Winter solltest du darauf achten, dass trockene Heizungsluft nicht direkt unter die Blätter einer Orchidee strömt. Das würde ihre Blätter austrocknen.

Gönne deiner Orchidee Ruhephase

Viele Orchideenarten durchleben sogenannte Ruhephasen. In diesen Zeiten tut sich bei der Blume nichts. Sie wachsen nicht und blühen auch nicht. Diese Ruhephasen sind vollkommen normal und bedeuten nicht, dass es der Pflanze schlecht geht. Viele Arten verlieren in dieser Phase auch ihre Blätter. Während dieser Ruhephase solltest du weder düngen, noch bewässern; lediglich die braunen Blätter solltest du entfernen. Schneide die Blätter nicht ab, sondern zupfe sie lediglich ab. Das sollte ganz leicht gehen. Wenn du die Blätter nicht einfach abziehen kannst will die Pflanze sie noch behalten und das solltest du ihr dann auch gönnen. Diese Ruhephasen enden mit der Ausbildung eines neuen Triebes oder eines neuen Blattes.

Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Orchideenkunde helfen und du behältst deine Freude an diesen wunderschönen Pflanzen.

Du weißt es besser oder hast weitere Tipps zu diesem Thema? Dann schick mir gerne deine Anmerkung hier!

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